MdL Anja Siegesmund mahnt zur zukunftsorientierten Weitsicht

Die Neubebauung des „Areals am Markt“ steht zur nächsten Sitzung des Altenburger Stadtrates am Donnerstag, den 26. Mai 2011 erneut auf dem Tagesordnungsplan.
Noch ist unklar, wie sich die Stadträte entscheiden werden, doch es wird befürchtet,
dass für den Abriss des Kulturdenkmals „Bei der Brüderkirche 9“ sowie des zum Denkmalensemble Altenburger Altstadt gehörenden Gebäudes „Klostergasse 5“
votiert werden könnte. Die Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im
Thüringer Landtag, Anja Siegesmund, die sich schon lange für den Erhalt der beiden
Häuser einsetzt, mahnt daher alle Altenburger Stadträte an, zukunftsorientierte
Weitsicht zu beweisen und sich für den Erhalt des kulturellen Erbes der Stadt Altenburg zu entscheiden.

„Altenburg ist eine wunderschöne Stadt, die tagtäglich viele Touristen anlockt, nicht
zuletzt weil Denkmalensemble im innerstädtischen Bereich in Thüringen besitzt. Zu dieser
beeindruckenden innerstädtischen Architektur Altenburgs, die zweifelsohne ein Alleinstellungsmerkmal städtebaulich einzigartige Marktplatz einschließlich des Gebäudekomplexes Areal am Markt. Diese Häuser aus den verschiedensten Bauepochen sind für das Stadtbild prägend und für die Identität der Stadt von großer Bedeutung. Die Neubebauung des Areal am Markt erfordert deshalb auch einen sensiblen und vorausschauenden Umgang mit der historischen Bausubstanz,“ so Siegesmund.

„Das Areal am Markt ist zwar ohne Zweifel seit Jahren ein Makel der Stadt, der eine
Neubebauung dringend erfordert, auch um den AltenburgerInnen bessere Einkaufs- und
Parkmöglichkeiten zu bieten. Der Bebauungsplan und der damit einhergehende
Komplett-Abriss des Gebäudekomplexes Areal am Markt ist jedoch sehr kurzsichtig
gedacht, denn ein Abriss zerstört das historisch einmalige baukulturelle Erbe der
Stadt Altenburg für immer. Stattdessen würde ein für Touristen uninteressanter,
gesichtsloser Neubau ohne Geschichte entstehen“, so mahnt die bündnisgrüne
Fraktionschefin.
„Der Erhalt und die Sanierung vor allem des barocken Wohn- und Geschäftshauses
„Bei der Brüderkirche 9“ würde hingegen die Einzigartigkeit des historischen Marktes
bewahren und damit die touristische Anziehungskraft erhöhen. Ein sensibler Umgang
mit der Stadtgestalt und der Stadtgeschichte kann aber nicht nur zur Aufwertung der
Stadt, sondern letztendlich auch zur Abschwächung der wirtschaftlichen und
finanziellen Krise beitragen,“ so ist Siegesmund überzeugt.
„Ein Abriss des denkmalgeschützten Hauses „Bei der Brüderkirche 9“ wäre des
Weiteren auch betriebswirtschaftlich ein fataler Fehler, da eine Sanierung wesentlich
kostengünstiger ist. Sogar einen Kaufinteressenten, die Palais Schardt gGmbH
Weimar, gibt es mittlerweile für das barocke Gebäude und nach Informationen des
Stadtforums Altenburg liegen zudem Fördermittelzusagen von Bund und Land vor.
Es ist daher völlig unverständlich, wenn Altenburg diese großartige Chance nicht
nutzen würde“, so Siegesmund kritisch.

„Ich möchte daher parteiübergreifend an alle Stadträte in Altenburg appellieren,
zukunftsorientiert zu denken und die richtige Wahl zu treffen, denn Engagement für
Denkmalpflege lohnt sich langfristig. Es gibt zudem genügend realisierbare und
finanzierbare Alternativen zum gegenwärtigen Bebauungsplan und Nutzungskonzept
der Städtischen Wohnungsgesellschaft Altenburg (SWG), die ohne Mehrkosten und
ohne Zeitverzögerung zusammen mit der SWG verwirklicht werden können. Darauf
haben Fachleute des Stadtforums Altenburg mehrfach hingewiesen. Ich bitte daher
alle Stadträte inständig, ihren Standpunkt kritisch zu hinterfragen und der
Fachkompetenz am Ende mehr Gewicht beizumessen als der kurzsichtigen und
kompromisslosen Haltung der Denkmalschutzgegner,“ so Siegesmund abschließend.

MdL Anja Siegesmund zur Entscheidung über das Bauvorhaben „Areal am Markt“