Modemarkt – Eine Chance für die Innenstadt

Aus Sorge um eine weitere Schwächung der Altenburger Innenstadt hat das „Stadtforum Altenburg – Forum für Denkmalschutz und Stadtentwicklung“ zu den am Donnerstag, dem 24. Februar 2011, im Stadtrat anstehenden Entscheidungen (siehe unten) zur Ansiedlung von innenstadtrelevantem großflächigen Einzelhandel am Rande der Stadt folgende Fragen

  • Wieso wird der Stadtratsbeschluss vom 26. August 2010 zur Öffentlichkeitsbeteiligung des neuen Einzelhandelskonzeptes nicht umgesetzt?
  • Warum erfolgt die Ansiedlung des Modemarktes nicht in der Altenburger Innenstadt, wie in diesem Konzept für Einzelhandelsunternehmen mit innenstadtrelevanten Sortimenten ausdrücklich gefordert?
  • Warum wird zur Änderung des Bebauungsplanes zusätzlich eine „Auswirkungsanalyse“ (6.800,00 EUR) in Auftrag gegeben, obwohl das neue Einzelhandelskonzept vom August 2010 eindeutig die Ansiedlung großflächiger Handelseinrichtungen mit innenstadtrelevanten Sortimenten ausschließlich in der Innenstadt empfiehlt?
  • Warum soll der Bebauungsplan „NO I und II“ (Leipziger Straße) zugunsten der Ansiedlung eines großflächigen Modemarktes (4.900 qm ) geändert werden, wenn bereits in der Begründung zur Beschlussvorlage auf zu erwartende negative städtebauliche Auswirkungen für die Innenstadt hingewiesen wird?
  • Was unternimmt die Stadtverwaltung, um Neuansiedlungen wie beispielsweise einen Modemarkt in der Innenstadt unter Einbeziehung vorhandener leer stehender Gewerbeflächen oder Brachflächen sowie möglicher finanzieller Unterstützung zu fördern?

In der Beschlussvorlage (384/11/BV) der avisierten Stadtratssitzung, nachzulesen im Bürger- und Ratsinformationssystem der Stadt unter www.altenburg.eu, heisst es in der Begründung wörtlich (Hervorhebungen durch das Stadtforum Altenburg):

„Seitens eines Investors besteht großes Interesse, sich in der Stadt Altenburg mit einem Modepark anzusiedeln. Für die Einordnung im Gewerbegebiet „NO I und II“ wurde sich entschieden, da in den anderen Bereichen der Stadt Altenburg nicht genügend Fläche zur Verfügung steht.

„Altenburg [hat] Versorgungsaufgaben zu erfüllen, die weit über das eigentliche Stadtgebiet hinausgehen, was ganz besonders Waren des spezialisierten höheren Bedarfs betrifft.“

„Ein Standort ist dann integriert, wenn dieser zentral und möglichst fußläufig für die Wohnbevölkerung gut erreichbar ist und sich das Vorhaben räumlich und konzeptionell in die örtliche Einzelhandelsstruktur einfügt.“

„Aufgrund der Stadtrandlage, der Entfernung zur Innenstadt, der Höhe der Verkaufsfläche und der geplanten Sortimente (Damenoberbekleidung, Herrenoberbekleidung, Young Fashion Damen, Young Fashion Herren, Kinderbekleidung, Schuhe, Babybekleidung, Schmuck und Accessoires), welche den innenstadtrelevanten Sortimenten zuzuordnen sind, sind möglicherweise negative städtebauliche Auswirkungen zu erwarten.“